Ziele

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Eine verbesserte Sicherheit in der Umgebung der Schule und auf den Schulwegen der Schülerinnen und Schüler ist das oberste Ziel eines Schulwegplans.

Die Sicherheit steht im Zentrum der Schulwegpläne

 

Die Anzahl Kinder, die Opfer von Verkehrsunfällen in der Schweiz werden, ist in den letzten zehn Jahren zurückgegangen, auf welche Art auch immer die Kinder unterwegs waren. Dennoch bleiben Kinder besonders verwundbare Fussgänger und Velofahrer:  Über 70% der bei Verkehrsunfällen verletzten oder getöteten Kinder sind zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs.

Unfälle auf dem Schulweg

Wie der SINUS-Report 2015 der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) unterstreicht, verunfallte gemäss den Unfallprotokollen „die Hälfte der Kinder unter 14 Jahren als Fussgänger auf dem Schulweg schwer, die andere Hälfte in der Freizeit oder beim Einkauf“. Im Alter von 5-9 Jahren sind Kinder viermal stärker gefährdet als 10- bis 69-jährige Personen. Dieser Verletzbarkeit ist unbedingt Rechnung zu tragen und die von den Kindern benutzten Wege müssen entsprechend sicherer werden. Deshalb schlagen die Schulwegpläne verschiedene Massnahmen vor, um die Sicherheit der Kinder unterwegs zu verbessern.

Die Schulwegpläne wollen den Schulweg den Bedürfnissen der Kinder anpassen, den Langsamverkehr und die aktive Mobilität fördern. Die einfache Tatsache, jeden Tag zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule zu gehen, hilft mit, die körperliche Tätigkeit ins Alltagsleben der Kinder zu integrieren.

Übergewicht bei Jugendlichen

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Übergewicht und Fettleibigkeit sind Probleme, die in der Schweiz Kinder ebenso wie Erwachsene betreffen. Weltweit sind 42 Millionen Kinder übergewichtig – eine der grossen Herausforderungen der Gesundheit im 21. Jahrhundert. Angesichts der Zuspitzung der Situation hat auch die Weltgesundheitsorganisation WHO Fettleibigkeit als nicht ansteckende Epidemie klassiert. In der Schweiz sind ungefähr 19 % der Kinder übergewichtig oder fettleibig. Zahlen, die sich in den letzten zehn Jahren bei Kindern und Jugendlichen verdreifacht oder gar vervierfacht haben.

Weniger körperliche Tätigkeit

Nebst Ernährungsfragen haben die Gründe dieser Epidemie auch mit gesellschaftlichen Veränderungen zu tun, die eine Abnahme der körperlichen Tätigkeiten von Kindern selbst im Alltag mit sich bringen. Die Kinder verbringen mehr Zeit vor ihrem Bildschirm, zu Hause, während ihnen weniger öffentlicher Raum zur Verfügung steht und sie auch häufig im Auto statt zu Fuss oder per Velo unterwegs sind.

Gesundheitlicher Nutzen der Bewegung

Doch, man weiss es, Bewegung ist gut für die Gesundheit der Kinder, ebenso für ihr inneres Gleichgewicht und ihre schulischen Fähigkeiten. Die Lehrpersonen stellen fest, dass ihre zu Fuss oder mit dem Velo zur Schule kommenden Kinder frischer und vitaler in der Schule eintreffen. Zudem entwickeln sie auf dem Schulweg auch ihre Autonomie sowie die kognitiven und räumlichen Fähigkeiten weiter.

Täglich 60 Minuten Bewegung

Die WHO empfiehlt insgesamt mindestens 60 Minuten Bewegung pro Tag für Kinder zwischen 5 und 17 Jahren. Kinder, die in städtischen Regionen zu Fuss zur Schule gehen, erreichen mit dem Schulweg im Durchschnitt bereits 20-30 Minuten.
Mehr Infos:

Ein Schulwegplan entwickelt der jeweiligen Schule angepasste Lösungen, um eine bessere Lebensqualität im Quartier zu fördern.

Gegenseitige Unterstützung rund um den Schulweg

Es können Nachbarschaftsnetze für Eltern und Kinder rund um den Schulweg aufgebaut werden, um die vorgeschlagenen Lösungen umzusetzen.

Mit dem Pedibus und dem Velobus gehen die Kinder mit Freude zusammen mit ihren Schulkameraden zur Schule und entwickeln im Lauf der Jahre auch ihre Selbständigkeit weiter. Die Eltern schaffen Netzwerke für gegenseitige Unterstützung.

Familien, Nachbarn und Eltern können gemeinsam Bedürfnisse und Wünsche rund um ihr Quartier diskutieren und formulieren, sowohl in Bezug auf die Sicherheit als auch bei den Infrastrukturen.

Der Platz der Kinder im öffentlichen Raum

Ein Schulwegplan trägt dazu bei, den Platz der Kinder im öffentlichen Raum zu überdenken, ihnen genug Raum zu geben und gut zugängliche Orte zu schaffen.

Der öffentliche Raum ist ein Erwachsenenort, gemacht von Erwachsenen für Erwachsene. Ihn für Kinder sicherer zu machen ist ein erster notwendiger Schritt, der von Überlegungen begleitet sein muss, um die Räume den Bedürfnissen der Kinder anzupassen. Gemäss einer neuen deutschen Studie können 4 von 10 Kindern nicht frei und ohne Überwachung in ihren Quartieren spielen. Damit verpassen sie viele Gelegenheiten, ihre Spontaneität, ihr Selbstbewusstsein, ihre Sozialverhalten zu stärken und eigene Erfahrungen zu machen. Ein Schulwegplan bietet den Städteplanern wichtige Daten und Kenntnisse, um diesen Bedürfnissen besser gerecht zu werden.

So einrichten, dass alle profitieren

Infrastrukturen, die rund um Schulen die Anzahl Fahrzeuge oder ihre Geschwindigkeit beschränken, fördern die Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen. Tempo-20-, Tempo-30- oder Fussgängerzonen ermöglichen eine bessere Aufteilung des öffentlichen Raums zum Nutzen von allen. Dank diesen Zonen können Familien und Bewohner oft Räume für jede Art von Aktivitäten neu nutzen. In Frankreich ist die La Rue aux Enfants ein sehr gutes Beispiel. In der Romandie bietet der Journée internationale à pied à l’école den Kindern eine gute Gelegenheit, einen Tag lang die Strasse und die öffentlichen Räume zu erkunden.

Wer zu Fuss geht statt das Auto zu nehmen, hilft Energie zu sparen sowie Treibhausgaseffekte und Schadstoffausstoss wie z. B. Feinstaubpartikel zu reduzieren.

Ein Schulwegplan gibt Gelegenheit, mit den Schülerinnen und Schülern darüber zu diskutieren, wie ihre Art, zur Schule zu kommen, die Luftqualität und die Gesundheit beeinflusst.

Er ermutigt Kindern, Eltern und Lehrpersonen, zu Fuss oder mit dem Velo bzw. dem ÖV zu kommen oder auch eine Fahrgemeinschaft einzurichten. Alles Mittel, die auf unsere Umwelt Rücksicht nehmen.

Luftqualität und Gesundheit

Jeder Kilometer im Auto produziert gesundheitsschädigende Stoffe, die unsere Lungen angreifen und mithelfen, Asthma und Bronchitis zu fördern.

Der Auspuff eines Benzinmotors stösst Kohlendioxid CO2) aus, das für die Klimaerwärmung verantwortlich ist, sowie Stickstoffoxide (NOX), die den Ozongehalt beeinflussen. Dieselmotoren sind für zwei Arten von Krebs erregenden Feinstaub (PM 10 und PM 2,5) verantwortlich, die Atemwegskrankheiten verschlimmern und im Frühling 2012 bei den PM 10 in der Schweiz die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Maximalwerte erreichten.

Feinstaub und Stickstoffoxide irritieren die Atemwege und erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Lungenkrebs. Das Ozon, das sich in den tiefen Lagen der Atmosphäre aus Stickstoffdioxiden und Sauerstoff bildet, ist für die hohe Verschmutzung bei warmem Wetter verantwortlich; es greift namentlich die Atemwegsfunktionen von Kleinkindern an. Kohlendioxid seinerseits ist eines der wichtigsten Treibhausgase.

Wie viele Tonnen pro Jahr?

Wer zu Fuss geht, trägt dazu bei, diese Schadstoffe zu reduzieren. Den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie viele Tonnen Kohlendioxid an Umweltbelastung vermieden werden können, hilft ihnen, den Sinn eines Schulwegplans besser zu verstehen. Seit 2015 müssen in der Schweiz alle Neuwagen weniger als 130 g CO2 pro Fahrkilometer ausstossen. Mit Hilfe dieser Zahl von 130 g kann man ausrechnen, dass eine Schule mit 500 Kindern, die zweimal pro Tag einen Kilometer Schulweg haben und mit dem Auto zur Schule kommen, jeden Tag 130 kg CO2 oder 2,6 Tonnen pro Monat produzieren würde. Die scheinbar kleinen Schadstoffmengen würden also letztlich jeden Monat das Gewicht eines grosses Nashorns oder eines Lastwagens erreichen.